Mein Herzensthema

Hallo von mir,

das hier wird mein bisher persönlichster Beitrag hier werden. Aber ich habe gerade das ganz starke Bedürfnis das Nachfolgende mit Euch zu teilen.

Als ich 1991 mit dem Abitur fertig war wußte ich zunächst nach wie vor nicht, was ich denn nach der Schule machen wollte. Ich wußte nur eins: ich will nicht studieren.

Nach der Schule

Ich bewarb mich sowohl bei verschiedenen Verwaltungen/Behörden, als auch als biologisch technische Assistentin. Das Letztere hätte mir ganz sicher auch echt Spaß gemacht. Aber: es ließ sich da nicht so recht Geld verdienen, wie mir von allen Seiten erzählt wurde. Da ich aber irgendwann mal ein eigenes Pferd haben wollte und gerade auch in der Ausbildung zur BTA jeweils immer ein halbes Jahr Schule (ohne Bezahlung) und dann wieder ein praktisches halbes Jahr (mit geringem Lohn) sein sollte habe ich mich dann von diesem Job doch wieder verabschiedet – obwohl ich tatsächlich am Ende ein Ausbildungsplatzangebot hatte.

Ich hatte auch ein Angebot bei einer Versicherung in der niedersächischen Hauptstadt. Sogar im gehobenen Verwaltungsdienst, d.h. ich hätte von Beginn an gutes Geld verdient. Aber irgendwie konnte ich mir einfach nicht vorstellen mit einem Pferd in der Hauptstadt oder im Umkreis zu leben.

Also sagte ich am Ende auch dort ab.

Durch „Zufall“ – wie Ihr ja inzwischen wißt gibt es meiner Meinung nach keine Zufälle

(nachzulesen auch hier) – war es parallel auch zu einer Bewerbung bei der niedersächsischen Landespolizei gekommen. Und obwohl die sich ohne Ende Zeit ließen mit der Entscheidung ob sie mich nun nehmen würden oder nicht, blieb ich dran und ergatterte am Ende tatsächlich einen Ausbildungsplatz. Im Gegensatz zur Versicherung hier jedoch nur im mittleren Dienst, weil es zu dem Zeitpunkt keinen Einstieg im gehobenen Dienst gab. Dies wurde erst knapp 6 Monate später wieder eingeführt. Dumm gelaufen….

Ich arbeite inzwischen seit knapp 27 Jahren in diesem Beruf und dachte auch die ersten Jahre immer, dass das wohl mein Traumjob sei. Aber irgendwas war immer in mir, was mich unruhig machte und mich immer und immer wieder hinterfragen ließ, ob das denn wohl alles sei was das Leben zu bieten hat.

Endstation Burnout

Ende 2016 kam es dann bei mir zum Supergau: Burnout. Ihr könnt hier  näheres zum Thema nachlesen. Auf jeden Fall möchte das niemand selbst erleben. Man ist zunächst absolut in einem psychischen Ausnahmezustand. Ich für meinen Teil hatte mit zeitweiser absoluter Antriebslosigkeit und diffusesten Ängsten zu kämpfen. Dann wieder war ich heillos reizüberflutet. Selbst die Wintersonne draußen machte mich wahnsinnig. Ich konnte sie nur mit Sonnenbrille ertragen, selbst wenn sie gar nicht komplett schien.

Ich war zeitweise nicht in der Lage meine übliche Hausarbeit zu erledigen. Nach dem Staubsaugen saß ich weinend vor Erschöpfung auf meinem Sofa.

Lesen ging zuerst absolut nicht. Nach 20min. banalster Arbeit mit den Pferden war ich konzentrationsmäßig total am Ende.

Ich sag Euch: schön ist das absolut nicht. Erst nach und nach wurde es besser.

Und hätte ich meine Pferde nicht gehabt, ich wäre sicherlich wie viele andere Betroffenene wochenlang nicht aus dem Haus gegangen. Die Pferde waren die ganze Zeit mein absoluter Rettungsanker.

In so einer Situation wird man komplett auf sich selbst zurückgeworfen und wenn man etwas ändern will muss man das genau so annehmen!

Es geht langsam aufwärts

Ich entdeckte das Thema Hochsensibilität (hier kannst Du dazu etwas lesen) und konnte mich selbst das erste Mal in meinem Leben besser verstehen.

Das Wort Persönlichkeitsentwicklung kam zu mir und der Prozeß begann ganz allmählich.

Im Mai 2018 habe ich dann eine Ausbildung zum pferdegestützten Coach absolviert und fand für mich endlich die Bestätigung was Pferde so alles bewirken können. Im Innersten ahnte ich das schon all die Jahre die ich mit ihnen zu tun habe.

Erkenntnis

Inzwischen weiß ich, dass mein „Brotjob“ eben tatsächlich nur mein Brotjob und meine imaginäre Sicherheit ist. Auch ich bin mit entsprechenden Glaubenssätzen gross geworden. Man braucht einen „sicheren“ Job, man muss ein geregeltes Einkommen haben, Arbeit macht halt nicht immer Spaß, Arbeit ist halt nicht immer leicht, erst die Arbeit dann das Vergnügen, man kann nicht immer Freude am Leben haben, etc.

Aber das stimmt so nicht. Jedenfalls nicht für jeden. Im Nachhinein betrachtet hatte ich schon seit Jahren das Gefühl, dass ich nur noch lebe um zu arbeiten. Und das konnte es irgendwie nicht sein.

Nachdem ich dann Ende 2017 wieder soweit war, dass ich wieder arbeiten konnte begann nach der Wiedereingliederung aber dieselbe Tretmühle von vorne. Und schon nach kurzer Zeit stellten sich die meisten Symptome die ich Ende 2016 hatte in abgeschwächter Form wieder ein. Inzwischen bin ich mir dieser Symptome jedoch bewusst und kann reagieren. Aber ich lebte schon wieder nur von Wochenende zu Wochenende und von Urlaub zu Urlaub. Die freien Tage reichten schon wieder kaum noch aus, um mir die Energie die mir der Job zieht wieder aufzubauen. Selbst meine Pferde schafften es manchmal nicht mehr. Und irgendwie kann das doch nicht Sinn der Sache sein, oder?

Vor Kurzem habe ich daher dann beschlossen mit den Stunden runterzugehen und somit mehr Freizeit zu haben. Auch wenn es finanziell eigentlich gar nicht machbar ist – aber so wie es bei Vollzeit ist weiß ich ganz genau wo es mich über kurz oder lang wieder hinführen wird. Und glaubt mir: da will ich nie nie wieder hin.

Mein neues Leben

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass mein wahres Ich einfach in die Welt will.

Mein wahres Ich will andere Menschen dabei unterstützen genauso ihren Weg zu finden. Gerade erst vor ein paar Tagen ist mir wieder ins Bewusstsein gekommen, dass ich schon als Kind am liebsten beim Spielen stundenlang etwas aufgebaut habe, um dann am Ende keinen Spaß mehr am Spielen mit dem Aufgebauten zu haben (sei es Puppenhaus, Autos, o.ä.).

Später war ich dann immer gut im Für-andere-organisieren. Ich hin also ein Aufbauer und Organisator.

Und inzwischen kenne ich auch mein momentanes Herzensthema.

Mein Herzensthema ist

andere Menschen in ihre eigene Stärke und Kraft und somit in ihre innere Balance zu bringen. Ihnen zu zeigen wie wertvoll jeder Einzelne ist und welche Ressourcen bereits in jedem Menschen stecken. Sie müssen nur wiederentdeckt werden.

Sie z.B. in ihrer Fähigkeit Stärke zu zeigen, Grenzen zu setzen, ihr Selbstwertgefühl zu steigern und natürlich auch bei Entscheidungsfindungen zu unterstützen.

Hierbei möchte ich sowohl mit Menschen an ihren eigenen Lebensthemen arbeiten als auch mit Pferdehaltern, wenn es um Verständigungs-/Verhaltensprobleme zwischen Mensch und Pferd geht.

Meinen Ansatz bezeichne ich dabei als Centered Living. Darunter verstehe ich ein Leben in Achtsamkeit und Bewusstheit, in der Balance (sprich: zentriert), seine Grenzen kennend und nach außen durchsetzend und vor allem dem Leben vertrauend.

Sehr gerne möchte ich dabei auch mit sensiblen oder auch sogenannten Hochsensiblen Personen (HSP) und intuitiven Menschen/Pferden zusammenarbeiten. Ich zähle mich selbst und meine Pferde ja zu diesem Personenkreis und weiß daher was das so manches Mal im Alltag bedeutet.

Als pferdegestützter Coach arbeite ich mit Unterstützung meiner Pferde. Gerade Pferdegestütztes Coaching z.B. (dazu kannst Du hier näheres lesen) beinhaltet so viele Möglichkeiten, um sein eigenes Potential entfalten zu können und sich vielem bewusst zu werden und es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sehr die Pferde den Menschen spiegeln und wie schnell dieser sich auf dieses wertfreie Feedback der Pferde einlassen kann.

Wir werden sehen wie mein weiterer Weg aussehen wird.

Solltest Du neugierig geworden sein und mehr nachlesen wollen was ich so anbiete, dann schau gerne auf meine Website.

klick hier: Website

Und vielleicht darf ich ja auch Dich ein Stück weit auf Deinem Weg zu Dir selbst begleiten.

Liebe Grüße

Deine Silke

Kategorien Allgemein

2 Kommentare zu „Mein Herzensthema

  1. Liebe Silke,
    wie mutig du bist, dich so offen zu zeigen! Ich ziehe meinen Hut vor dir. Die Welt braucht mehr Menschen wie dich – ganz bei sich, zentriert, bewusst, mutig und empathisch. Deine Arbeit und dein Wirken ist so wertvoll – danke dafür!

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    1. Liebe Heike, ganz herzlichen Dank für Deine Worte. Ganz wunderbar, dass Du mich so siehst. Das hilft mir selbst sehr.
      Und ich möchte das Kompliment liebendgerne zurückgeben. Ich danke Dir sehr für Dein Sein und das was Du gibst und bewirkst.

      Ganz liebe Grüße

      Liken

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