Bist Du Burnout gefährdet?

Ein herzliches Hallo von mir.

Bist Du auch Burnout gefährdet oder kennst Du jemanden bei dem Du dies befürchtest?

Ich möchte Dir im Folgenden erklären was Burnout überhaupt meint. Was es für Betroffene bedeutet. Woran Du merken kannst, dass Du selbst oder ein Dir nahestehender Mensch betroffen sein könnte. Und was für Symptome auftreten können.
Ganz am Ende zeige ich Dir ein Modell über die verschiedenen Phasen eines Burnoutverlaufs auf, welches für mich den besten Erklärungsansatz bietet.

 

Seit einigen Jahren ist der Begriff Burnout in aller Munde. Wurde dieser Begriff zunächst hauptsächlich auf Manager angewendet die aufgrund ihrer oft über hohen

Arbeitsbelastung „ausbrannten“ weiß man heute, dass Burnout jeden treffen kann.

Es hat auch nicht bei jedem etwas mit zu viel Arbeit zu tun. Selbst Arbeitslose, Mütter/Väter in Elternzeit, o.a. können an Burnout erkranken.

Es spielen einfach ganz ganz viele Komponenten mit hinein, dass sich jemand ausgebrannt fühlt.

 

Was bedeutet Burnout überhaupt?

Zunächst einmal setzt sich dieser Begriff aus den englischen Begriffen:

Burn = brennen

Out = Aus

= ausbrennen

zusammen.

 

Wie kann denn ein Mensch „ausbrennen“ fragst Du Dich vermutlich jetzt…

Dazu möchte ich Dir vorab eine kleine Geschichte erzählen, die ich vor ca. 2 Jahren als ich selbst in genau dieser Situation war zufällig in einem Youtube Video von Michael Begelspacher gehört habe.

Danach habe ich endlich verstanden wie es überhaupt zum Burnout kommen kann und warum man es selbst nicht oder erst viel zu spät bemerkt.

 

Stell Dir vor Du sitzt in Deinem Wohnzimmer und schaust fern.

Irgendwann stellst Du fest, dass es von irgendwoher leicht verschmort riecht.

Du wunderst Dich, hast aber einfach keine Lust nachzuschauen weil Du gerade so gemütlich auf Deinem Sofa sitzt. Also schaust Du in Ruhe weiter Deinen Film.

Nach einer Weile wird dieser Geruch, den Du vor Kurzem bemerkt hast, immer intensiver und Du siehst jetzt durch die Scheibe Deiner Wohnzimmertür eine

ganz kleine Flamme züngeln.

Ups, denkst Du Dir. Was ist denn das?

Ach, egal, der Film ist gerade so spannend, ich habe echt keine Lust mir den schönen Abend von so einer kleinen Flamme versauen zu lassen.

Und Du schaust weiter fern.

Wieder eine Zeit später, der Geruch wird immer intensiver, siehst Du Rauch unter der Tür durchkriechen. Auch das ignorierst Du weiterhin, weil Dein Film einfach gerade super spannend ist.

Kurz darauf ist durch die Scheibe keine kleine Flamme mehr zu sehen, sondern inzwischen ist es schon ein richtiges Feuer geworden. Es wird jetzt langsam auch immer wärmer und auch lauter im Haus, da das Knistern des Feuers ja auch eine gewisse Lautstärke hat. Und der Rauch erschwert Dir nun auch die Sicht auf den Fernseher.

Jetzt wird es Dir zu blöd und auch allmählich zu warm und Du beschließt das Haus zu verlassen und einkaufen zu gehen, weil Dir einfällt, dass Du vorhin noch was vergessen hast. Also verlässt Du Dein Haus und gehst zum nächsten Supermarkt, um das Vergessene einzukaufen.

Als Du zurückkommst siehst Du schon von Weitem die Feuerwehr vor Deinem Haus stehen. Du gehst weiter und willst zur Haustür laufen, um es wieder zu betreten.

Auf dem Weg dorthin hält Dich jedoch ein Feuerwehrmann auf und sagt zu Dir: Sie können hier jetzt nicht rein. Im Haus brennt es.

Du sagst zu ihm: Das weiß ich doch. Mir gehört ja das Haus und ich bin vorhin extra nochmal weggegangen weil es mir einfach zu warm und zu laut wurde und ich vor Rauch meinen Fernseher nicht mehr sehen konnte.

Der Feuerwehrmann schaut Dich irritiert an und überlegt ob Du ihn verschaukeln willst oder das wirklich ernst meinst. In dem Falle müsste er sich überlegen ob er erst die Polizei oder gleich die psychiatrische Klinik rufen soll damit sie kommen und Dir helfen.

 

Du glaubst das ist übertrieben?

Nein, leider ist es das nicht. Wirklich nicht!

 

Schlagen wir den Bogen zum Krankheitsbild Burnout und schreiben die Geschichte mit dem Feuer einmal um:

Stell Dir vor Du gehst wie immer täglich zur Arbeit.

Du stellst fest, dass diese Arbeit Dir irgendwie nicht mehr soviel Spaß macht wie sonst immer. Genauso wie Du in Deiner Freizeit nicht mehr so gut

Entspannung findest wie sonst.

 

Um Dich aber damit nicht weiter auseinandersetzen zu müssen beginnst Du Dich abzulenken.

Sei es Du arbeitest einfach noch mehr, oder Du beginnst z.B. immer mehr Sport zu treiben (um danach kurz ein wenig entspannt zu sein), oder Du triffst Dich andauernd mit Freunden, gehst ständig aus, trinkst vermehrt Alkohol, um nicht über Deine innere Unzufriedenheit nachdenken zu müssen.

 

Ändert das etwas zum Positiven hin? Vermutlich nicht.

Im Gegenteil: Du wirst innerlich immer unruhiger, unzufriedener, gereizter. Gehst mit immer mehr Widerwillen zur Arbeit, kannst nicht mehr alleine sein, brauchst Deinen Alkohol zur vermeintlichen Entspannung, und und und….

 

Inzwischen sprechen Dich Familie und Freunde schon an, ob es Dir gut geht.

Na klar, sagst Du.

Du willst es ja auch selber glauben. Du hast halt einfach eine kleine Krise, bist einfach etwas überarbeitet, geht bald wieder.

 

Dein Verhalten wird immer exzessiver, getriebener…. Sprich: Du lenkst Dich ab so gut es nur geht. Aber Du brauchst nach und nach immer mehr Ablenkung, um kurze Zeit alles zu vergessen.

Oder, um beim obigen Beispiel mit dem Feuer zu bleiben: Du gehst jetzt einkaufen weil es Dir zu warm und zu laut wird.

 

Wie geht die Geschichte denn nun weiter?

Nach und nach verlierst Du immer mehr den Spaß an allem was Dir bislang Freude bereitet hat. Du beginnst Dich nach und nach von allem zurückzuziehen.

Du magst Dich nicht mehr mit Freunden treffen, nicht mehr Deinem Hobby nachgehen, Du magst nicht mehr Party machen, nicht mehr an die Arbeit denken.

Vielleicht wendest Du Dich noch mehr dem Sport zu oder trinkst noch mehr Alkohol, spielst suchtmäßig Videospiele…..

Dir wird immer schneller alles zu viel. Du wirst vielleicht schnell aggressiv und fühlst Dich immer öfter und immer schneller von allem überfordert und glaubst alle sind gegen Dich. Deine Kritikfähigkeit nimmt immer mehr ab.

 

Das geht solange bis Du entweder selbst endlich registriert, dass etwas grundlegend schief läuft und die Bremse ziehst oder bis Dich Dein eigener Körper ausbremst und endgültig dazwischen grätscht und Dich sozusagen ruhigstellt.

Bis dahin hast Du jedoch schon ganz ganz viele Warnsignale erfolgreich ignoriert. Sprich: den Brandgeruch, die kleine Flamme, die grössere Flamme, den Rauch…..

 

Ab jetzt liegt es an Dir was Du aus dieser Erfahrung machst.

Du kannst es als Chance für einen Neuanfang sehen und Dich und Dein bisheriges Verhalten hinterfragen, oder Du erwartest einzig und allein, dass Dich die Ärzte „heilen“ und machst danach weiter wie bisher.

Wie Du Dir denken kannst wird Dich das Zweite ganz sicher über kurz oder lang wieder in den Burnout führen.

 

Ich selbst begann nach und nach immer mehr zum Thema zu lesen und erweiterte dadurch meinen Horizont. Ich wollte verstehen was da mit mir geschah und wie ich da wieder rauskommen konnte. Ich wollte mich nicht auf die Ärzte und Medikamente verlassen. Ich wollte wieder selbst über mein Leben bestimmen.

Ich hatte für mich auch den Eindruck, dass mir die üblichen Therapien nicht wirklich weiterhelfen würden. Was sich am Ende auch bestätigte.

Ich beobachtete mich selbst und war fasziniert wie tief man in so einer (Erschöpfungs)Depression tatsächlich sinken kann. Es ging zunächst ca. 5 Wochen lang immer tiefer und tiefer in die Dunkelheit, bevor es allmählich wieder heller wurde. Und dabei hatte ich zunächst noch gedacht ich hätte früh genug die Bremse gezogen als ich selbsttätig zum Arzt ging und mir eine Auszeit geben ließ.

Aber Du weißt ja jetzt: wenn das Haus schon brennt ist es eh schon viel zu spät.

 

Deshalb:

Sei achtsam und lerne in Dich hineinzuhören. Vertraue Deinem Gefühl. Höre darauf. Nimm Dir Ruhepausen wann immer Dir danach ist. Du vergibst Dir nichts. Sei „egoistisch“ – sprich: denk erstmal nur an Dich. Kümmere Dich zuerst einmal gut um Dich, bevor Du Dich um andere kümmerst.

Denn nur wenn es Dir selbst gut geht kannst Du Dich auch gut um andere kümmern.

 

 

Zum Schluß möchte ich Dir noch eines von verschiedenen unterschiedlichen Modellen vorstellen, welches Dir das Burnout erklärt.

Hier das 12-Phasen-Modell:

1. Phase: Der Zwang, sich zu beweisen

Voller Begeisterung und Elan erledigen Betroffene ihre Aufgaben. Die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen sie. Oftmals überschätzen sie sich und muten sich zu viel Arbeit zu.

 

2. Phase: Verstärkter Einsatz

Betroffene fühlen sich unentbehrlich. Sie stecken noch mehr Energie in ihre Arbeit, um ihren eigenen hohen Ansprüchen zu genügen. Aufgrund ihres Pflichtgefühls lehnen sie es ab, Aufgaben zu delegieren.

 

3. Phase: Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse

Betroffene vernachlässigen zunehmend ihre eigenen Bedürfnisse. Das Verlangen nach Ruhe, Schlaf und Regeneration tritt in den Hintergrund. Der Wunsch nach Sex lässt nach. Viele Betroffene konsumieren in dieser Phase mehr Alkohol, Nikotin und Kaffee

.

4. Phase: Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

Die Bedürfnisse werden nicht nur vernachlässigt, sondern regelrecht verdrängt. Betroffene blenden die Ansprüche ihres Körpers aus, um arbeitsfähig zu bleiben. In dieser Phase nehmen Unpünktlichkeit, Vergesslichkeit und andere Fehlleistungen zu.

 

5. Phase: Umdeutung von Werten

Was Betroffenen früher wichtig war, verliert an Bedeutung. Das können Freundschaften und berufliche Beziehungen, Hobbys, aber auch ihre Grundsätze und Werte sein. Soziale Beziehungen nehmen sie als Belastung wahr. Es treten vermehrt Probleme mit dem Partner oder der Partnerin auf.
6. Phase: Verleugnung der Probleme

Betroffene verdrängen und verleugnen die sich häufenden Schwierigkeiten. Sie gehen ungern zur Arbeit und fühlen sich für ihre Leistung nicht anerkannt. Leistungsschwächen und körperliche Beschwerden, Intoleranz und Zynismus nehmen zu.

 

7. Phase: Sozialer und emotionaler Rückzug

Da Betroffene ihr soziales Umfeld als bedrohlich wahrnehmen, ziehen sie sich zurück. Es breiten sich Gefühle von Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit sowie Desillusionierung aus.

 

8. Phase: Deutliche Verhaltensänderung

In dieser Phase werden das Denken und Verhalten der Betroffenen unflexibel. Sie akzeptieren weder Kritik noch Zuwendung und ziehen sich vor diesen vermeintlichen Angriffen weiter zurück.

 

9. Phase: Depersonalisation

Die eigenen Bedürfnisse nehmen Betroffene gar nicht mehr wahr. Sie fühlen sich in diesem Zustand von ihrer eigenen Persönlichkeit entfremdet und stehen neben sich.

10. Phase: Innere Leere

Ein Gefühl der inneren Leere und Nutzlosigkeit breitet sich aus. Dazu kommen Mut- und Kraftlosigkeit. Mit Suchtverhalten und Sex versuchen Betroffene diese Gefühle zu verdrängen.

11. Phase: Depression

In dieser Phase dominieren Gefühle der Verzweiflung, Gleichgültigkeit und Niedergeschlagenheit. Selbstmordgedanken sind keine Seltenheit.

12. Phase: Völlige Erschöpfung

In der letzten Phase tritt ein Zustand der totalen geistigen, emotionalen und körperlichen Erschöpfung ein. Es besteht ein hohes Suizidrisiko. Körperliche Symptome wie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Magen-Darm-Trakts zeugen davon, dass der chronische Stress das Immunsystem angreift.

 

(Quelle: https://www.jameda.de/gesundheit/psyche-nerven/vom-stress-zum-burnout-die-12-phasen/)

Ich hoffe ich konnte Dir einige Denkanstöße geben.

Liebe Grüsse

Deine Silke

Kategorien Allgemein

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